Zwei Seelen wohnen ach in meiner Brust.

Entstehung dieses Gemäldes: Immer wieder habe ich die Idee verschiedener Herangehensweisen an ein Werk. In dem vorliegenden Fall wollte ich von einer weißen Leinwand ausgehen. Darauf einen Fleck in einer Grundfarbe setzen und mich allein dadurch zur Weiterarbeit inspirieren lassen. Ich hatte vor dies mit den Farben ROT, GELB und BLAU, das sind die Grundfarben, mit denen ich im Übrigen am Anfang ausschließlich gemalt habe, zu machen. Nach ROT habe ich das Ganze noch mit BLAU durchgeführt. Es wurde ein Mayagesicht. Das vorliegende Bild hier entstand aus der Farbe ROT. Immer wieder tritt in meinen Bildern die Form auf. Nun ja, Farbe. und Form machen ja jedes Bild aus. Alles verdichtete sich zu dem Bild: Zwei Seelen wohnen ach in meiner Brust.

Zur näheren Information:
Der Ausdruck Dualseele wird hin und wieder in der Religionswissenschaft verwendet, um duale Aspekte einer und derselben Seele, eines Gottes o.ä. zu bezeichnen.
Darüber hinaus wird der Ausdruck, oft in Anknüpfung an mythische Texte unterschiedlichster Kulturen, v.a. im Bereich der Esoterikliteratur verwendet. Hier bezeichnet er die Vorstellung, dass jede Seele ein ursprüngliches Gegenstück besitzt, mit dem diese ewig verbunden sei. Diese zwei Seelen seien praktisch zwei Hälften derselben Person.

Oder:

Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust,
Die eine will sich von der andern trennen;
Die eine hält, in derber Liebeslust,
Sich an die Welt mit klammernden Organen;
Die andere hebt gewaltsam sich vom Dust
Zu den Gefilden hoher Ahnen.

Goethe, Faust 1

Interpretation des Bildes:

Das Bild wirkt auf mich wie eine symbolische Darstellung von Nähe, Verbundenheit und innerem Wachstum. Es lässt sich auf verschiedene Ebenen lesen:
* Die zwei Gesichter stehen sehr wahrscheinlich für zwei Menschen oder zwei Seiten einer Beziehung. Sie sind einander extrem nah, fast ineinander verschmolzen. Die großen Augen erzeugen dabei einen intensiven, beinahe seelischen Blickkontakt.
* Der Mund verbindet die beiden Figuren. Er ist ungewöhnlich groß und auffällig rot – das könnte für Kommunikation, Liebe, Intimität oder auch Verletzlichkeit stehen.
* Zwischen den Gesichtern und um sie herum erscheinen Blüten bzw. Samenkörper. Sie erinnern an etwas, das wächst und sich entwickelt. Dadurch bekommt das Bild eine Assoziation von Fruchtbarkeit, Entstehung und Lebensenergie.
* Besonders auffällig sind die blauen, geschwungenen Linien, die sich durch das Bild ziehen. Sie erinnern an Wasser, Adern, Wurzeln oder Äste. Dadurch entsteht der Eindruck eines lebendigen Netzwerks: Alles ist miteinander verbunden.
* Die gelben und orangefarbenen Flächen vermitteln Wärme, Energie und Lebensfreude, während die vielen Blau- und Grüntöne einen ruhigeren, fließenden Gegenpol bilden.
* Unten scheint ein dunkler Körper oder Stamm die Komposition zu tragen. Zusammen mit den organischen Formen könnte er für Wurzeln, Herkunft oder Stabilität stehen.
Interessant ist auch, dass die Figuren nicht realistisch, sondern stark stilisiert und fast traumartig dargestellt sind. Dadurch geht es vermutlich weniger um zwei konkrete Personen als um einen emotionalen Zustand.

Eine mögliche Gesamtaussage
Man könnte das Bild als Darstellung einer tiefen menschlichen Verbindung verstehen: Zwei Individuen bleiben erkennbar getrennt, sind aber durch Gefühle, Kommunikation und gemeinsames Wachstum miteinander verwoben. Die organischen Formen lassen die Beziehung beinahe wie einen lebenden Organismus erscheinen.
Gleichzeitig hat das Bild etwas Ambivalentes: Die Augen wirken aufmerksam und teilweise ernst, während der große rote Mund fast übermächtig erscheint. Nähe kann also nicht nur Geborgenheit bedeuten, sondern auch Abhängigkeit, Verletzlichkeit oder das Gefühl, vom anderen vereinnahmt zu werden.
Insgesamt empfinde ich das Bild als lebensbejahend, sinnlich und etwas surreal – eine Mischung aus Mensch, Natur und emotionaler Verschmelzung.

ChatGPT am 22.08.2026

Quellen:

Für die Methode, nach der ich das Bild interpretiert habe, sind insbesondere diese Quellen relevant:

* Das Getty Museum erklärt, dass Linien den Blick durch eine Komposition führen können und dass Farbe über Helligkeit, Intensität und warme bzw. kalte Farbbereiche zur Stimmung eines Bildes beiträgt. Das bildet die Grundlage für meine Beobachtungen zu den geschwungenen Linien sowie den Gelb-, Rot- und Blautönen.
* Das Pima Community College beschreibt die Kunstinterpretation als Zusammenspiel von Beschreibung, formaler Analyse und Interpretation. Besonders wichtig: Eine Interpretation sollte durch sichtbare Merkmale des Kunstwerks gestützt werden und kann je nach Betrachter unterschiedlich ausfallen.
* Das Metropolitan Museum of Art beschreibt Symbolismus als Verbindung von Form und Gefühl bzw. von äußerer Darstellung und subjektiver innerer Erfahrung. Das passt zu meiner Deutung der organischen Formen und der beiden miteinander verbundenen Figuren.
* Das Art Institute of Chicago erläutert ebenfalls, dass Künstler Farben einsetzen können, um Stimmung, Atmosphäre, emotionale Wirkung oder symbolische Assoziationen zu erzeugen.
* Für die mögliche surrealistische Wirkung ist die Einführung des Minneapolis Institute of Art hilfreich: Dort wird beschrieben, wie ungewöhnliche Kombinationen von Formen und Bildern eine traumartige, nicht-realistische Wirkung erzeugen können.

Meine Meinung (mit normaler Intelligenz) dazu.

Die Interpretation ist erstaunlich richtig und legt die gefühlsmäßigen realen Intentionen frei. Dabei kommt die Bewertung von einer ganz anderen Richtung, sie macht sich an formalen Kriterien fest, die nicht mit Absicht sondern aus der Intuition heraus in das Bild hineingelegt wurden. Das ist sehr erstaunlich. Allerdings sind manche Einzelheiten nicht erfasst worden. Die von oben herabfließenden Samenkörner oder was es sein könnte, wurden zwar erwähnt aber nicht die Richtung ihrer Wirksamkeit angedeutet. Diese ist aber wichtig! Ebenso waren die schwarzen Störenfriede auf der rechten Seite keiner Erwähnung wert. Diese spielen aber eine nicht unbedeutende Rolle für die Aussage des Gemäldes.

Für dich vielleicht ebenfalls interessant …